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Servus und willkommen zu diesem Interview für das Rising Darkness Magazine! Vor allem freut es mich einmal wieder mein Interview mit einer deutschen, sehr interessanten Band aus dem Sektor Black Metal zu machen!
Auch wenn ich von Standardfragen nicht gerader begeistert bin, so würde ich Euch doch zum Anfang bitten etwas über Eure ja noch recht kurze Bandgeschichte und Euer Line Up zu erzählen, da Ihr ja noch keine Homepage zum Nachlesen habt!
Trolfbert:
Moin. Vorweg ganz kurz ne Sache zur Erklaerung: Die Tastatur, auf der ich gerade schreibe, hat keine Umlaute. Geht hier leider nicht anders in Italien - sorry.
Negator wurde von Nachtgarm (voc), Berthelm (bass), Tramheim (dr) und mir an der Gitarre gegruendet, mit Proben haben wir im Februar 2003 begonnen, insofern existiert die Band wirklich noch nicht so lange. Um so erstaunlicher ist es selbst fuer uns, dass bereits jetzt unsere erste Platte erscheint. Wir haben alle lange genug in diversen Bands gespielt - ich denke, es stimmt jetzt einfach die Mischung im Line-up bei Negator, alles weitere wird sich dann noch zeigen.
Mittlerweile ist es ja vor allem auch in Deutschlang recht selten geworden auf eine Band zu treffen, die sich mit den wirklich rohen, kalten und zu tiefst dunklen Gefilden des Black Metal beschäftigt. Wie seid Ihr darauf gekommen Euch näher mit diesem Thema zu beschäftigen? Da es auf diesem Sektor solch ein Defizit gibt?
Trolfbert:
Nun, wenn Du von "Defiziten" sprichst, wuerde ich Dir durchaus recht geben. Um es vorweg zu nehmen: ich halte die BM-Szene prinzipiell fuer stark, es gibt einige wirklich inspirierte Bands, die mir auch heute sehr gut gefallen, vor allem im Underground. Und dass man ungewoehnliche Menschen, Individualisten in der Szene trifft, liegt auch in der Natur des BM. Dennoch missfaellt mir die Szene heute im Ganzen, es wird z.B. viel zu viel Wert auf Aeusserlichkeiten bzw. bei Bands auf das Image gelegt. Jede mindertalentierte Band braucht heute nur laut "Krieg" zu schreien, und schon erfaehrt sie eine hohe Resonanz, auch wenn die Musik einfach schlecht ist. Ausserdem faellt mir keine nennenswerte BM-Platte ein, die nach 1996 erschienen ist. Das, was uns einige norwegische Bands als Zukunft des BM verkaufen wollen, hat meiner Meinung nach dazu gefuehrt, dass viel zu viel Wert auf aufwendige Sounds und sonstigen Schnickschnack gelegt wird - es fehlt heutzutage die Seele und die Leidenschaft. Auch das war der Grund, eine Band wie Negator zu machen: sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und mit einfachen Mitteln BM so zu spielen, dass der Hoerer erkennt, weshalb wir selbst einst zu dieser Musik kamen.
Was Eurer Meinung nach ist denn charakteristisch für wahren "Old Black" Metal?
Trolfbert:
Ein Punkt ist sicherlich die simple Instrumentierung, soll heissen: nur mit einer Gitarre und im Prinzip ohne Keyboards, ohne allzugrossen technischen Aufwand also. Das ist aber nicht das Entscheindende. Entscheidend ist die Atmosphaere, Energie und Hingabe. BM ist fuer mich Ausdruck einer Geisteshaltung in musikalischer aber auch weltanschaulicher Hinsicht. Das, was Nietzsche in der "Geburt der Tragoedie" als "dionysisch" beschreibt, trifft es meines Erachtens sehr gut; das Ekstatische, Triefgruendige ist fuer mich bedeutend. "Old" soll in dem Zusammenhang heissen, dass wir uns ausdruecklich auf die fruehen 90er beziehen, weil in den Platten aus dieser Zeit wirklich Spirit steckte.
Old Black - so ja der Titel Eures Debüt Albums. War hier bei der Namensgebung denn der Gedanke, dass der Name auch gleich Programm ist?
Trolfbert:
Du hast es erfasst. "Old Black" ist eigentlich die optimale Beschreibung fuer das, was wir machen. Insofern lag es nur nahe, die Platte so zu nennen.
Die Release Party von "Old Black" fand ja im Headbangers Ballroom statt. Was verbindet Euch mit dieser Location?
Trolfbert:
Die Release-Party wird am 13.2.04 stattfinden, und wir fiebern alle wirklich auf den Abend hin. Im Ballroom haben wir alle mit anderen Bands bereits mehrfach gespielt, ebenso wuerde ich uns alle dort als Stammgaeste bezeichnen, d.h. man kennt die Mehrzahl der Leute dort. Insofern spielen wir immer gerne in dieser Location.
Wie waren denn so die allgemeinen Reaktionen des Publikums auf dieser Party?
Trolfbert:
Wie gesagt, da der Abend noch vor uns liegt, kann ich es noch nicht sagen. Da aber die Reaktionen auf unseren ersten Auftritt im Ballrom ueberaus positiv waren, brauchen wir sicherlich nur zu hoffen, dass genuegend Leute kommen, fuer ales weitere werden wir dann sicherlich sorgen.
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Den einzigen Laden in Hamburg, in dem härtere Töne zu hören waren und den ich kennen gelernt habe war eben dieses Headbangers Ballroom! Was für weitere musikalische Tipps könnt Ihr einem Hamburg Besucher geben?
Trolfbert:
Wenn Du auf Musicals stehst, bist Du in Hamburg schon richtig. Bevorzugst Du eher BlackMetal, kannst Du Dich ruhig auf den Ballroom beschraenken. Es gibt durchaus einige andere Laeden, in denen man spielen koennte, aber in den Live-Clubs wird in der Regel nach der letzten Band abgebaut, eingepackt und nach Hause gefahren. Im Ballroom hingegen bleiben die Leute hinterher noch da, es gibt Musik, man kann noch lange genug Pils trinken und um das Abbauen etc. kuemmert man sich spaeter - das bevorzuge ich wirklich.
Was außerhalb der Musik muss man denn unbedingt gesehen haben, wenn man Hamburg einen Besuch abstattet.
Trolfbert:
Mit Michel, Moenckebergstrasse etc. will ich hier nun keinen langweilen - beschraenken wir uns auf das Wesentliche: Wo man einen trinken gehen kann. Unweit vom Headbangers ist die Reeperbahn. Mit all den Nebenstrasse hast Du genug Moeglichkeiten, die Bars auszuprobieren, es findet sich zu jeder Zeit ein Ort, wo es noch gutes Pils gibt. Bist Du am Samstagabend auf dem Kiez, kann ich Dir nur raten, Sonntagmorgens auf den Fischmarkt zu gehen. Wenn Du vor dem Ballroom stehst, bist Du schon da - also nicht schwer zu finden.
So far, so good! Habt vielen Dank für Eure zeit und Antworten! Viel Erfolg für Euch und "Old Black"! Letzte Worte gehören wie immer Euch!
Trolfbert:
Vielen Dank fuer das Interview und viel Erfolg noch mit Rising Darkness - support the Underground und vor allem: remember the old spirit!
martin
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