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Interview mit Luck - Metal gegen Krebs - via mail 14.01.2004
Serwas Luck, hier mal ein kleines Interview bezüglich MGK
Hallo Luck, hoffe bei Dir ist alles soweit OK. Hat sich der Krebs soweit wieder verzogen?
Luck:
Im Prinzip ist alles OK, ich bekam zwar im Frühjahr 2003 die Diagnose, das sich neue Tumore gebildet haben, doch war es nur eine Lymphdrüsenvergrößerung, die aufgrund der Chemotherapien entstand.
Wie und wann bist Du auf die Idee gekommen ein Festival auf die Beine zu stellen?
Luck:
Das war Ende 2001, als ich mitten in meiner Therapie war, und keine Krankenversicherung die Kosten übernehmen wollte, da ich zuvor Zivi war und das Bundesamt für Zivildienst nur solange die Kosten übernimmt, solange man seinen Dienst leistet. Die Kasse die ich vorher hatte war natürlich auch nicht bereit die Kosten für die Therapie zu übernehmen, da diese ja utopische Summen verschlingt. Dann war auch noch der Tod von Chuck Schuldiner, der "nur" daran starb weil er nicht genug Geld hatte! So etwas darf in einem Zeitalter in dem Milliarden in den Weltraum geschossen werden einfach nicht passieren!
Erzähl uns ein wenig über das erst Metal gegen Krebs. Es war bestimmt nicht einfach sich mit den ganze Behörden auseinander zusetzen. Auch die sonstige Probleme wie z.B.:Bühne, PA, Zäune usw. für ein Open Air in dieser Größe bereitzustellen war bestimmt nicht gerade einfach.
Luck:
Natürlich war es nicht einfach, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Die Behörden waren eigentlich relativ kullant, das lustigste war, das die Polizei auftauchte und eine Genehmigung sehen wollte, die ich gar nicht hatte;-) Die hatte der Bürgermeister unserer Gemeinde zwar unterschrieben, nur nicht weitergeleitet...
also wollten mich die Herren in Grün mit zum Revier nehmen, da der Verdacht entstand diese Veranstaltung ist nicht angemeldet.... Zu meinem Glück hat der Bürgermeisster auf dem Festival Bier verkauft!!!! und ich musste erst einen Tag später bei der Polizei mit der unterschriebenen Genehmigung auftauchen!
Wie war die Resonanz des Publikums und der Bands?
Luck:
Die Bands waren alle begeistert, glauben doch viele bei uns ist der Hund begraben.
Einige Besucher waren natürlich entäuscht, dass das Festival Samstag/ Sonntag stattfand und der Grossteil der bekannteren Bands am ersten Tag spielte. Aber natürlich hab ich auch aus meinen Fehlern gelernt! Ansonsten hat es eigentlich nur positive Resonanz gegeben, bis auf einen, der mich dafür verantwortlich machte, das es Ende September so kalt war und seine Freundin wegen dem Festival eine Blasenentzündung bekam...
Hat sich das Festival ausgezahlt und wie viel blieb am Schluss für die Krebshilfe übrig ?
Luck:
Leider hab ich ein Defizit von 4500,- €uro gemacht was ich im Endeffekt aus meiner eigenen Tasche zahlen musste, deshalb gab es auch von mir 2003 kein Metal gegen Krebs Festival!
Auf der offiziellen Festivalseite www.metalgegenkrebs.de ist zu lesen, dass 2004 wieder ein MGK stattfindet. Sind irgendwelche Veränderung (Ablauf Lokation) im Vergleich zu 2002 geplant.
Luck:
Die Location ist die selbe wie 2002, nur findet das MGK 2004 nur einen Tag statt, Ich mache jetzt lieber auf Nummer sicher und versuche langsam ein grosses Festival zu etablieren.
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Für 2003 sind bisher ja Soul Demise und Disbelief bestätigt. Das MGK 2002 würde ich in meine Augen eher als Underground Festival bezeichnen. Planst Du für 2004 mehrere große Bands ein oder willst Du den Underground-Charakter erhalten.
Luck:
Natürlich würde ich "grössere Bands" einplanen, nur ist es leider so, das da immer ein Management dazwischen hängt, das auf seine Provision nicht verzichten will! Ich bin der Überzeugung, das viele grosse Acts die Sache unterstützen würden, nur leider erfahren Sie selten von Ihren Bookern um was es geht.
Mittlerweile bin ich der Meinung: Lieber eine kleinere Band, die hinter dem Benefizgedanken steht, als eine grosse Band, die vielleich viel mehr Leute zieht, aber nicht zu einem Benefizpreis (Unkostenpreis) spielt.
Schliesslich sind die Bands die ausführenden Organe, wegen was die Leute kommen! Wenn diese nicht bereit sind für die gute Sache zu kämpfen, wie kann man es dann von den Besuchern erwarten????
Wäre es eventuell nicht besser das Festival näher an eine große Stadt zu legen damit die Fans das Festival leichter erreichen können?
Luck:
Das glaube ich nicht! Wir müssen bei uns mindestens zwei Stunden fahren bis wir zu einem Konzert kommen (München, Nürnberg) Es ist doch auch das schöne, das auch im tiefsten bayerischem Wald ca 1000 Leute zu einem Festival fahren. Wir haben hier eine sehr starke Szene!
Da es sich ja um ein Benefiz Konzert handelt, denke ich das die meisten Bands weit unter Ihrer normalen Gage spielen. Hastest Du schon mal Probleme mit einer Band die Du eingeladen hast, die aber aufgrund der geringen Gage nicht spielen wollten ?
Luck:
Da könnte ich dir viele Bands aufzählen, aber wie vorher schon erwähnt: Wenn die Bands es als ausführende Organe nicht begreifen, kann man auch von den Fans nicht erwarten das Sie das MGK unterstützen! Wobei es meisstens an den Booking Firmen der Bands scheitert!
In ganz Deutschland schießen die Festivals wie Pilze aus dem Boden. Was macht das MGK so einmalig und warum sollten die Leute lieber zu euch kommen
Luck:
Ich finde es super, das die Festivals "wie Pilze aus dem Boden schiessen" Das ist für viele Bands ohne Deal eine Möglichkeit sich einem grossem Publikum zu präsentieren! Wenn ich meine eigene Kapelle SEASONS IN BLACK anschaue, kann man sagen, das wir Live schon in in vielen Regionen Deutschlands gespielt haben, das kommt nur davon, weil das Undergroundnetz so weit gesponnen ist! Man braucht keine Touren, Booker oder Manager mehr um im kompletten deutschen, Schweitzer oder Österreichischem Raum zu spielen, Heutzutage läuft das alles auf Austauschbasis, d.h. Wir spielen bei euch und Ihr bei uns! Jeder tut dem anderem einen Gefallen und bringt seine eigene Band ein Stück weiter! Die Metalbands sind eine grosse Familie, die sich gegenseitig unterstützt! Das könnte doch schöner nicht sein!
Das MGK ist vielleicht deshalb was besonderes weil es am Arsch von Deutschland stattfindet! In dieser Region vermuten die meissten wahrscheinlich 9 Zollbeamte auf 1 Einwohner und pro Einwohner 3 Misthaufen! Dabei können wir auf unseren Veranstaltungen u. a. Mosh Club Party in Kolmberg über tausend Besucher zählen!
Es ist schon lustig, der Lks. Cham, in dem das Festival ja stattfindet ist der einzige in ganz Deutschland in dem es keine Autobahn gibt (GEIL)
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